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Gründer der „Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie“

Auf Initiative von Paul Josef Nardini hatte im Juni 1853 eine Gruppe Niederbronner Schwestern, eine Gemeinschaft, die erst 1849 im Elsaß gegründet worden war, die Armen- und Krankenpflege in Pirmasens übernommen. Da ihr Mutterhaus im französischen Elsaß lag und sie als Ausländerinnen galten, war ihr Engagement nicht von langer Dauer. Am 15. Dezember 1854 wurden sie des Landes verwiesen.

Nardini bemühte sich deshalb um eine andere Lösung. Zwar wurde der Ausweisungsbefehl am 29. Januar 1855 wieder zurückgenommen, doch Nardini ließ die Schwestern am 2. März 1855 nach Niederbronn zurückkehren, weil ihm die politische Situation zu unsicher erschien.

Er beauftragte statt dessen zwei junge Frauen, die dem Dritten Orden des heiligen Franziskus angehörten, sich der Kranken, Armen und verwahrlosten Kinder anzunehmen. Das ist die Geburtsstunde der "Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie".

Am 1. Mai ziehen die Schwestern mit den inzwischen aufgenommenen Waisenkindern in das "Armenkinderhaus" ein, das zum Mutterhaus der neuen Gemeinschaft wird. Schnell schließen sich weitere begeisterte junge Frauen an. Ein Jahr später kann Nardini bereits die ersten Schwestern in andere Orte der Pfalz und sogar nach Bayern schicken, wo sie ein Krankenhaus und ein Armenkinderhaus übernehmen. 

Das 1855 gegründete Armenkinderhaus, in dem die Ordensschwestern auch wohnten.
Foto: Bistumsarchiv

Der neue Orden wächst auch nach dem Tod ihres Gründers

Der frühe Tod Nardinis im Januar 1862 ist für die junge Schwesterngemeinschaft ein harter Schlag.
Doch Gottes Segen liegt unübersehbar auf dem Orden, der im Todesjahr des Gründers bereits 36 Niederlassungen mit 220 Schwestern in der Pfalz und in Bayern hat. 1864 wird die erste ausländische Niederlassung in Hermannstadt im damals ungarischen Siebenbürgen gegründet; sogar in österreichischen Lazaretten sind Schwestern Nardinis im Einsatz. 

Bald wird das Mutterhaus in Pirmasens zu klein. 1869 siedelt die Kongregation in das ehemalige niederbayrische Benediktinerkloster Mallersorf über. So wird die Gemeinschaft auch unter dem Namen "Mallersdorfer Schwestern" bekannt.

Rasch wächst die Schwesterngemeinschaft weiter. 1930 zählt sie 3445 Mitglieder. 1955 kann die Kongregation acht Schwestern nach Südafrika senden, wo eine blühende Ordensprovinz entsteht. 1991 wird Rumänien, wo die siebenbürgischen Niederlassungen 1949 von der kommunistischen Regierung aufgelöst wurden, wieder ein Kloster eröffnet.

Aktuelle Informationen zum Orden:

www.mallersdorfer-schwestern.de

Kloster Mallersdorf
Foto: Kloster

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