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Seligsprechung 2006 im Dom zu Speyer

Für das Bistum Speyer war es eine echte Premiere: Am 22. Oktober 2006 wurde der Priester und Ordensgründer Paul Josef Nardini, der im 19. Jahrhundert als Pfarrer von Pirmasens gegen die soziale Not in der jungen Industriestadt kämpfte, als erster Pfälzer im Speyerer Dom selig gesprochen.

Im Auftrag des Papstes verlas der Münchner Kardinal Friedrich Wetter in der Feier das Apostolische Schreiben, mit dem Papst Benedikt XVI. verfügte, dass Nardini als Seliger verehrt werden darf und sein Fest jährlich am 27. Januar gefeiert wird. Den Gottesdienst feierten rund 2000 Gläubige im bis auf den letzten Platz gefüllten Dom mit; darüber hinaus verfolgten nach Polizeiangaben rund 6000 Menschen die Feier auf einer Großbildleinwand im Domgarten.

 

Feier der Seligsprechung Nardinis im Dom zu Speyer.
Foto: Hennecke

Ein Geschenk für das Bistum

Kardinal Wetter griff in seiner Predigt die Stimmungslage der mitfeiernden Gläubigen auf: "Das Bistum Speyer freut sich über seinen ersten Seligen. Besonders die Pfarrer freuen sich, dass einer von ihnen zur Ehre der Altäre erhoben wurde." Ebenso seien die Mallersdorfer Schwestern stolz, ihren Stifter nun als Seligen der Kirche verehren zu dürfen. "Wir alle spüren, dass Gott mit dem Geschenk des neuen Seligen an unsere Herzen klopft und uns zeigt, worauf es in unserem Leben ankommt", erklärte Wetter, der selbst gebürtiger Pfälzer ist und von 1968 bis 1982 Bischof von Speyer war.

Nardini sei als junger Pfarrer in Pirmasens auf großes soziales Elend gestoßen, erklärte der Kardinal. "Die materielle und seelische Not seiner Pfarrkinder ließ ihn nicht ruhen, er spürte: In den Armen klopft Jesus selbst an mein Herz." Bei seinem Tod mit 40 Jahren habe er eine blühende Pfarrei hinterlassen, viel Not sei bereits durch die von ihm ins Leben gerufene Schwesterngemeinschaft gelindert oder beseitigt gewesen. Die Kraft, um mit der Überlast der Arbeit fertig zu werden, habe Nardini aus der Gemeinschaft mit Jesus Christus geschöpft. Wer die Gemeinschaft mit Jesus und die Nähe zu Gott suche, den dränge es auch, zu den Menschen zu gehen, ihnen das Evangelium zu verkünden und ihnen Gottes Liebe zu bringen.

Nardini-Reliquie, die heute in der Katharinen-Kapelle des Speyerer Domes zu sehen ist.

Domnapf-Füllung zum Abschluss der Feier

Gemäß altem Speyerer Brauch wurde im Anschluss an den Gottesdienst Wein aus dem Domnapf vor der Kathedrale ausgeschenkt: 1000 Liter Rebensaft aus Neustadt-Geinsheim, wo Nardini kurze Zeit als Seelsorger gewirkt hatte. Gefüllt wurde der edle Tropfen in Gläser mit dem Logo des neuen Seligen, die von den Gläubigen als Erinnerung an einen großen Tag mit nach Hause genommen wurden.

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